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Ess-Brech-Sucht, Bulimie (BuliMia nervosa)

Die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa, Bulimie) ist eine psychosomatische Störung des Essverhaltens, unter der vor allem Mädchen und jungen Frauen leiden. Die Bezeichnung Bulimia verweist mit ihrer eigentlichen Bedeutung "Ochsenhunger" (griechisch: bous = Ochse, limos = Hunger) auf das Hauptkennzeichen der Störung, die wiederholt auftretenden, nicht kontrollierbaren Heißhunger-Attacken (Binge Eating Disorder).

Meist sind diese Essattacken von Schuldgefühlen gefolgt, was die Betroffenen dazu bringt, sie auf verschiedene Weise zu kompensieren. Am häufigsten kommt es vor, dass Erkrankte selbstständig ein Erbrechen auslösen. Andere Arten, um die Essattacken zu kompensieren, können der Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzien), entwässernden Medikamenten (Diuretika), Einläufen, Fasten sowie exzessiver Sport sein. Der Hauptunterschied zwischen der Bulimie und Magersucht ist das Gewicht: Betroffene mit Ess-Brech-Sucht sind meist idealgewichtig, leicht unter- oder übergewichtig.

 

Ursachen für die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

Die Ess-Brech-Sucht ist eine psychische Erkrankung, die ganz individuelle Ursachen haben kann. Sie zählt zu den so genannten multifaktoriellen Erkrankungen, da meist eine Kombination psychologischer, biologischer, familiärer, genetischer, sozialer und umgebungsbedingter Faktoren zugrunde liegt. Dennoch gibt es verschiedenen Faktoren, die das Entstehen einer Ess-Brech-Sucht begünstigen können:

 * Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper
 
Viele Mädchen und junge Frauen möchten abnehmen, oft verstärkt durch den Wunsch, dem in den Medien verbreiteten Schönheitsideal zu entsprechen. Der Wunsch abzunehmen steht dabei für den Wunsch nach mehr Attraktivität. Schlank sein wird als Sinnbild für Gesundheit und Erfolg verstanden.

* Geringes Selbstwertgefühl

 Bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern drückt sich ein geringes Selbstwertgefühl in einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper aus.

* Familiäre Faktoren

Familiäre Faktoren können an der Entstehung einer Ess-Brech-Sucht beteiligt sein, wenn beispielsweise Eltern Körpergewicht und Selbstwertgefühl miteinander verbinden und dies ihren Kindern gegenüber auch so kommunizieren.

* Häufige Diäten

Durch häufige Diäten kann das Gefühl für Hunger und Sättigung verloren gehen. Natürliche Mechanismen verlieren ihre Bedeutung und im Fall der Ess-Brech-Sucht verlieren die Betroffenen die Kontrolle über ihr Hunger- und Sättigungsgefühl.

* Essen als Ventil

Essen kann eine Art Ersatzbefriedigung für unerfüllte Bedürfnisse sein. Eine Essattacke kann emotionale Erleichterung bringen und Angst mindernd wirken.

 

 Symptome der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa): Heißhunger-Attacken

Hauptmerkmal der Ess-Brech-Sucht sind die Heißhunger-Attacken, die meistens von Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, Fasten oder exzessivem Sport gefolgt werden. Während der Essanfälle nehmen die Betroffenen sehr große Kalorienmengen auf (bis zu 10.000 kcal), ohne sich dabei kontrollieren zu können. Meist werden kohlenhydrat- und kalorienreiche Nahrungsmittel in großen Mengen gegessen. Die Anfälle treten normalerweise mehrmals pro Woche oder evtl. täglich, auf.

Körperliche Folgen:

    * Störungen im Magen-Darm-Trakt durch den Missbrauch von Abführmitteln
    * Elektrolytentgleisung und Mangel- bzw. Fehlernährung durch das ständige Erbrechen
    * Magensäure greift auf Dauer den Zahnschmelz an und führt zu Karies
    * Risse oder Entzündungen der Speiseröhre
    * Vergrößerung der Speicheldrüsen des Munds (Hamsterbacken)
    * Kreislaufprobleme
    * Menstruationsstörungen bei Frauen
    * Herzrhythmusstörungen durch Kaliummangel aufgrund des häufigen Erbrechens

 

Seelische Folgen:

* Schuldgefühle
* Gefühlsschwankungen
* Selbstekel
* Rückzug
* Vernachlässigung von Interessen
* tw Alkohol-, Drogen-, Medikamentensucht
 

Auf psychologischer Ebene tritt das gestörte Essverhalten bei der Bulimie häufig gleichzeitig mit Depressionen und einem gestörten Sozialverhalten auf. Erkrankte beschäftigen sich stark mit den Themen Essen, Nahrungsmittel, Figur und Aussehen. Dabei verlieren gemeinsame Mahlzeiten in der Familie an Bedeutung. Die Betroffenen ziehen sich zurück, um ihre Krankheit geheim zu halten. Sie schämen sich für ihre Essattacken und verstecken die Anfälle vor Familie und Freunden, oft weiß nicht einmal der Partner Bescheid. Oft ziehen sich Bekannte und Familie aber auch von selbst zurück, da Betroffene nur noch mit den Themen Essen und Gewicht beschäftigt sind. Dies wiederum schmälert das Selbstbewusstsein der Betroffenen weiter, sodass sie glauben mit Gewichtskontrolle ihre Attraktivität wieder zu gewinnen. Somit stecken sie in einem Teufelskreis.

 

Diagnose der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

Die Diagnose der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) kann anhand der typischen Symptome gestellt werden. Zudem gibt es aber auch spezielle Diagnosekriterien für den Arzt, um eine Ess-Brech-Sucht festzustellen:

 * wiederholte Episoden von Essanfällen, mind. zwei Mal pro Woche, wobei die Menge der kalorienreichen Nahrungsmittel nicht mehr kontrollierbar ist

* um eine daraus folgende Gewichtsabnahme zu vermeiden, greifen die Betroffenen zu Mitteln wie selbst herbeigeführtes Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln, strenge Diäten und übertriebene sportliche Aktivität
* an Ess-Brech-Sucht erkrankte Personen beschäftigen sich überdurchschnittlich viel mit Essen, Diäten und ihrer Figur und haben krankhafte Angst davor zuzunehmen

Erfahrene Therapeuten können auch andere sichtbare Zeichen der Ess-Brech-Sucht erkennen: geschwollene Speicheldrüsen, Verdickungen an den Fingern, mit denen das Erbrechen ausgelöst wird, geplatzte Äderchen in den Augen sowie typische Zahnschäden. Bei der Diagnostik der Erkrankung sollte der Arzt andere organische Krankheiten ausschließen. Sind Herzrhythmusstörungen vorhanden, werden diese mittels Elektrokardiogramm (EKG) untersucht.




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