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Was versteht man unter der Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die Borderlinestörung ist eine schwere, chronische psychische Erkrankung, welche zu den Persönlichkeitsstörungen gezählt wird.

Als zentrale Merkmale gelten ein durchgängiges Muster von Instabilität im Bereich der Affekte, der zwischenmenschlichen Beziehungen und des Selbstbildes. Die Affekte können sich innerhalb von Sekunden verändern, was von den Betroffnen als nur schwer kontrollierbar erlebt wird. Die zugrunde liegenden Emotionen können in der Regel nicht differenziert wahrgenommen werden. Stattdessen wird auf Nachfrage häufig von unangenehmen Spannungszuständen berichtet.

Ein Gefühl chronischer innerer Leere wird häufig mit impulsiven Handlungen wie z.B. Drogen- oder Alkoholkonsum, unkontrolliertes Einkaufen, Ladendiebstahl,  aber auch Hochrisikoverhalten wie z.B. auf Bahngleisen spazieren gehen oder auf Hochhäusern balancieren zu kompensieren versucht.

In vielen Fällen berichten die Betroffenen zusätzlich von einem Gefühl der Einsamkeit und des Verlassenseins. Kann ich nur zustimmen. Heftige Wutausbrüche sind bei manchen Betroffenen häufig; hatte ich auch, ist aber zum glück besser geworden; anderen hingegen ist ein Gefühl von Wut auf andere Personen völlig fremd. Letztere richten diese stattdessen in vielen Fällen gegen sich selbst. Hab ich auch gemacht. Häufig sind selbstverletzende Handlungen (70 – 80% der Fälle) und in 7-10% vollendete Suizide. Diese Verhaltensweisen dienen nicht selten dazu, die als aversiv erlebten Spannungszustände zu beenden.

 

Folgende Kriterien weisen auf eine Boderline-Persönlichkeitsstörung hin. Werden mindestens fünf der nachfolgenden neun Kriterien erfüllt, kann von einem Vorliegen einer BPS ausgegangen werden:

1.

"ja, stimmt "

Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden (außer Suizid oder Selbstverletzungen, siehe auch 5)


2.

"leider ja"
Ein Muster an instabilen aber intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen, das sich durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Überidealisierung und Abwertung auszeichnet


3.

"ja"
Identitätsstörungen: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung


4.

"leider auch ja"
Impulsivität bei mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten, z.B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, Ladendiebstahl, rücksichtsloses Fahren und Fressanfälle (außer Suizid oder Selbstverletzungen, siehe auch 5)


5.

"zu oft"
Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten


6.

"ständig"
Instabilität im affektiven Bereich: ausgeprägte Stimmungsschwankungen, zum Beispiel Euphorie, Reizbarkeit oder Angst (ein paar Stunden andauernd, selten länger als einige Tage)


7.

"auch das"
Chronisches Gefühl der Leere oder Langeweile


8.

"jetzt kaum noch"
Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen)


9.

"kam auch schon vor"
Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome

 

Wie entsteht eine Borderline-Störung?

Man geht heute davon aus, dass die Ursachen für die Borderline-Störung in der frühen Kindheit liegen. Ist auch so! Die Betroffenen haben häufig traumatische Erlebnisse in dieser Zeit erfahren. In vielen Fällen waren sie beispielsweise Opfer körperlicher Misshandlung oder sexuellen Missbrauchs.--Blöd Auch das Erleben ausgeprägter Gewalt in der unmittelbaren Umgebung oder eine extrem strenge Erziehung oder emotionale vernachlässigung der Eltern "Mutter ich hasse dich" kann die Entstehung einer Borderline-Störung fördern.
 
"Passt wie die Faust auf mein Auge!"
Den Betroffenen fällt es schwer, ihre eigenen Gefühle richtig kennen zu lernen und zu interpretieren. Häufig haben sie durch die Traumata in der Kindheit ein Schwarz-Weiß-Denken erlernt und unterscheiden zwischen „nur gut“ und „nur böse“. Da die Personen, die den Betroffenen Gewalt antun, meist sehr nahe Bezugspersonen sind, fällt diese Unterscheidung sehr schwer oder ist unmöglich. Beispielsweise empfindet ein Kind gegenüber dem Vater zunächst Liebe, gleichzeitig jedoch Hass, wenn es durch ihn missbraucht wird. Es genießt erhöhte Aufmerksamkeit, empfindet aber gleichzeitig tiefe Scham. Dieser extreme Widerspruch der Gefühle lässt sich nicht vereinbaren und die negativen Gefühle richten sich im Lauf der Jahre häufig gegen die eigene Person. Auch kommt es zu einer Entfremdung vom eigenen Körper und einem Gefühl der Leere und des „Neben-sich-Stehens“.
 
 
"Halt mich fest, aber rühr mich nicht an!"
 
 
 
 



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